Archive Anecdotage

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Ich bevorzuge 3A, aber es ist keine große Sache. Außer….heute, 21. Januar '97,…Einer jener Tage.

Ungefähr vier Stunden nach dem Start des Fluges von Gatwick, London, VS 015 nach Orlando, bitte ich den Passagier hinter mir in 6H, damit aufzuhören die Lehne meines Sitzes jedes Mal als Halterung zu verwenden, wenn er aufstehen möchte, weil…es weckt mich auf. Ich erwähne nicht das unfreiwillige Heben meiner Augenbrauen wenn er bei seinen Anstrengungen aufzustehen riesige Büschel von Gillanhaar packt.

Ich erwähne es nicht weil…er verspannt seine Augen, wow, Augen verspannen, eine Stufe über Sitzfläche verspannen.

Ich bin nicht dumm. (heh).

Sofort erkenne ich dass ich es bin der im Unrecht ist. Dieser Mann mag es nicht gefragt zu werden. Wie er so wütend starrt, am Entscheiden ob er mich niederschlägt oder mich aus dem Flugzeug mitten über dem Atlantik hinauswerfen lässt, lasse ich es darauf ankommen. Und in der Abwesenheit einer verbalen Antwort sage ich, beinahe im Stil von Olivier, "Äh, verstehen Sie mich?"

Lange Pause, mehr Augen ballen, und eine sehr fragwürdige Ausstrahlung. Er sagt "Ich habe ein schlimmes Bein" (Ruhe, ich warte), er verspannt sich selber vollständig, er ist eine große Verspannung. Nun bekommen wir Sarkasmus…"Für den Fall dass Sie es nicht bemerkt hätten". Nun, ich gebe vor mir selber zu dass er hinter mir sitzt…hätte es bemerken sollen.

Mehr Verspannen, dann….das Große…"einige von uns haben einen verkrüppelten Verstand und das wären dann Sie!"

6H strichpunktete nach hinten und gab mir Grund zu denken…

Kümmert euch nicht um die Schreibweise, dieser Mann hat Recht. Ich meine wie KANN ich einen 35-40 Jahre alten Typen der hinkt darum bitten, sich um irgendetwas anderes zu kümmern als um sich selbst. In was für einer Welt lebe ich? Wer denke ich dass ich bin?

Ich halte an um zu bedenken was mir meine Mutter beigebracht hat. Es waren eine Lektion oder zwei. Sie sagte "Sohn, es gibt nur eines im Leben das dich nichts kostet, …es sind Manieren, gute Manieren. Schäme dich nicht ‚bitte' und ‚danke' zu sagen, wenn alle um dich herum mürrisch und anspruchsvoll sind. Und fürchte dich nicht davor natürlich zu lächeln als Antwort auf eine freundliche Geste oder eine offene Hand; ohne Rücksicht darauf wie uncool es vor deinen Kameraden auch sein mag."

Natürlich sagte sie nicht ‚uncool', aber ich verstand was sie meinte. Sie sagte viele weise Worte, aber das tat mein Papa auch und, obwohl er meiner Mutter nie widersprach, gab es da immer seine kleinen Nachträge.

"Deine Mutter hat Recht, Sohn, aber wenn alles andere fehlschlägt, eingeschlossen fortgehen,…"
Ja, Papa?...
"Sorg dafür dass du den ersten Faustschlag machst, und sorg dafür dass es ein Guter ist. Stelle sicher dass du an deine Sache glaubst und mach niemals, niemals einen Rückzieher….außer der andere Kerl sieht durch Zufall seinen Irrtum ein und bietet dir seine offene Hand an oder einen Drink oder bevorzugt beides; in welchem Falle du und dein ‚Freund' eure Leben verbessert haben werdet."

Nun, ich schließe jetzt meine Augen.

Wenn er es wieder macht, werde ich ihn hauen. Nicht wirklich. Ich meine….er würde es nicht wagen, oder?


© Ian Gillan 1997

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