Rezension
‚Chopin's Story by Ian Gillan from Deep Purple'
Marcin Rybacki

Chopin - DVD cover Die Welt des Rock and Roll erweist ihren klassischen Vorgängern Ehre ind er Dokumentation mit dem Titel 'Chopin's Story by Ian Gillan from Deep Purple'. Erzählt von Ian Gillan von der Rockband Deep Purple, nimmt einen der Film mit auf eine Reise zu den Hauptpersonen, Momenten und Orten eines polnischen Komponisten - Frederic Chopin.

Unter der Regie und produziert von Jerzy Skamruk bringt der Film den Zuseher zurück in das Warschau des 19. Jahrhunderts, den Landsitz Szafarnia, und Klóbka, mit anderen Plätzen die die Virtuosität des jungen Chopin formten. Mr. Szkamruk akzentuiert die Szenen indem er brillante Kamera-Arbeit und Vogelperspektive verwendet, was die polnischen Landschaften in atemberaubender Weise porträtiert. All das wird noch unterstützt von einer Handvoll unaufdringlicher Special Effects, die die natürliche Abfolge der Ereignisse des Films nicht verwischen. Die Dokumentation hat bislang vier Preise gewonnen, einschließlich des renommierten brasilianischen ‚The Best Documentary' Preis beim Tourfilm International Festival in Florianopolis 2011. ‚Chopin's Story…' ist nicht der erste Film von Mr. Szkamruk, den er dem polnischen Komponisten gewidmet hat. 2010 hat er eine weitere Dokumentation über Chopin produziert und Regie geführt, betitelt mit ‚Fryderyk 2010', die ebenso zahlreiche Preise gewonnen hat.

Orchestriert im Pawel Betley's ‚Ztdudio', präsentiert die Dokumentation Chopins Genre-definierende Musik in zwei Aspekten - Originalversion ebenso wie gewiefte gecoverte Version. Die Letztere weist Kompositionen von Maria Pomianowskas ‚Chopin on Five Continents' auf, die unverhohlen den transzendenten Wird von Chopins Kunst aufzeigt. Die Erstere weist mehr auf Chopins polnisches Nationalgefühl hin und taucht in den Szenen auf, die untrennbar vom polnischen Nationalgeist sind. Chopins Musik ist weder überbetont noch unterbetont im Film, was dem generellen Sehvergnügen ein Gefühl der Balance hinzufügt.

Der Großteil der Stärke des Films liegt in seiner Fähigkeit, Chopins Welt durch lebhafte, pittoreske Aufnahmen der polnischen Landschaften zu übersetzen. Als ob sie von den alten Impressionisten gemalt wäre, ‚attackiert' die Färbung den Zuseher mit ihrer Intensität und Sättigung. Den Geist sättigende, ‚cézanneske' Farbtönungen begleiten jede Szene und erschaffen gleichzeitig eine beinahe wie gemalte Ansicht, die wundervoll zu der positiven Rezeption des Films beitragen.

Gillan leitet die Reise damit ein dass er einen ins Jahr 1863 mitnimmt und zu dem Ereignis das Chopins Musik in den polnischen Nationalgeist eingegraben hat. In glattem, tiefen und natürlichem Englisch erzählt der Sänger von Deep Purple meisterhaft von den polnischen Jahren von Frederic Chopin und von seinem Einfluss auf die Populärmusik von heute. Gillan vergleicht Chopins Einfluss auf sein Pianospiel mit Jimi Hendrix' Einfluss auf das Gitarrenspiel der späten 60er. Chopins Fähigkeit, in so einem frühen Alter zu improvisieren, erfüllte die klassische Musik mir neuem Leben und dadurch wurde seine Musik weltoffen. Gillans Erzählung konzentriert sich auf zwei Aspekte die Chopins künstlerisches Selbst geformt hatten - Städtisch, was bedeutsam war, voll von Pracht; und Ländlich, überaus primitiv, traditionell und spontan. Geboren und geformt im Zeitalter der Aufklärung, erschuf Chopin seine bekannten Stücke während der Romantik, und das wäre ihm nicht möglich gewesen, wenn da nicht diese beiden vorher erwähnten Aspekte der polnischen Kultur gewesen wären. Gillan ‚übernimmt' die Dokumentation nicht mit seiner ‚Rolle' und erweist Chopin seinen Respekt in bewundernswerter Weise. Es ist wirklich beeindruckend wie Gillan, der noch immer ein Novize in der Kinematographie ist, seine Erzählung bei der ersten Aufnahme in den Kasten bringt, und wie er dazu imstande ist, seine Intonation überzeugend für die Natur der diskutierten Ereignisse einzusetzen. In seinen besten Jahren hatte Chopin viele Freunde und Gefolgsleute in der ganzen Welt, von denen einige klassische Pianisten waren. Folglich zitiert Gillan Ausschnitte aus Chopins Briefen an seine Freunde, ebenso wie Schreiben von einigen anderen berühmten klassischen Komponisten. Frederic Chopins polnische Jahre datieren von 1810 bis 1830. Am 2. November 1830, unmittelbar bevor der zweite Polnische Novemberaufstand ausbrach, verließ Chopin Polen für immer und nahm mit sich alles was er sich in seinem Vaterland zu eigen gemacht hatte, was später in Paris offensichtlich wurde und in seinen berühmten klassischen Stücken auftauchte.

‚Chopin's Story by Ian Gillan from Deep Purple' ist nicht Ians erste Begegnung mit klassischer Musik. Falls Sie sich erinnern können, war er ein Knabensopran im Kirchenchor, führte das ‚Concerto for Gropu and Orchestra' mit Deep Purple auf, sang 2001 und 2003 ‚Nessun Dorma' mit Luciano Pavarotti, um nur ein paar Wenige zu nennen. Als ob das nicht genug wäre, war Gillan am Rande einer kurzen ‚Affäre' mit der Filmemacherei.

Nach der Gänsehaut-erzeugenden Interpretation des Jesus in ‚Jesus Christ Superstat' wurde Ian gefragt, ob er die Rolle des Jesus in der Adaption der Rockoper spielen wollte. Deep Purple waren zu der Zeit ebenso kurz vor dem künstlerischen Erfolg, und Ians Priorität, also lehnte er natürlich das Angebot ab. Dieses Mal, obwohl nicht notwendigerweise weniger beschäftigt als vor 40 Jahren, entschied Ian, die Chance wahrzunehmen und die Geschichte von Frederic Chopin zu erzählen und zu präsentieren - eines der größten musikalischen Genies in der Musikgeschichte.

Die ursprüngliche Idee von Roman Rogowiecki, dem Regieassistenten, Gillan einzuladen die Erzählung zu übernehmen und im Film Gastgeber zu sein, gibt uns, den Fans, die Gelegenheit, seine Stimme zu hören und ihn in einer total neuen Umgebung zu sehen, was Chopins Musik noch einmal eine neue Windung hinzufügt. Gillans natürliche Fähigkeit, extrem präsent zu sein, ist seinem Publikum sehr gut bekannt, und verleiht der ganzen Erfahrung eine Art von Kick. Mittels seiner Stimme und dem Medium der nichtverbalen Kommunikation hat Gillan etwas Schwieriges erreicht, wenngleich er absolut nichts von seiner künstlerischen Fähigkeit verloren hat.

In einem Wort des Fazit, beschreibt dieses Kunstwerk Polens historische Realität im Detail, wenngleich es sich nicht auf Ereignisse konzentriert die dem generellen Publikum vage bleiben könnten, was ein Plus ist. Ist da eine Botschaft in dem Film? Ich würde nachdrücklich sagen dass die Filmemacher erfolgreich in die Dokumentation transportiert haben, wie das ländliche und städtische Polen und seine verschiedenen kulturellen Eigentümlichkeiten den jungen Komponisten im Augenblick geformt haben, Chopin bleibt einer der gefeiertsten Musiker aller Zeiten und seine Anhänger neigen dazu zu vergessen wie viel ‚Polnischheit' da in seiner Musik ist.

Was unseren gastfreundlichen Präsentator Ian Gillan angeht, nun er blieb bemerkenswert in Einklang mit sowohl der polnischen Nationalität und der weltweiten Integrität eines Musikers. Dies alleine macht es die Dokumentation wert anzusehen.

Marcin Rybacki