Ferropolis


Mit freundlicher Genehmigung:

Am 4. Septemper in Ferropolis
Eine Kombination aus klassischer Musik mit Rock-, Bagger und Kräne in der Stadt aus Eisen, Ferropolis.

Eine Rock-Legende im klassischen Gewand
Deep-Purple-Frontmann Ian Gillan und das Prague Philharmonic Orchestra geben Konzert

Von: : Ulf Rostalsky 12.06.09, 19:54h


Rocklegende Ian Gillan (rechts) von Deep Purple im Gespräch mit
Thies Schröder in Ferropolis. (FOTO: THOMAS KLITZSCH)


GRÄFENHAINICHEN/MZ. Deep Purple und das Prague Philharmonic Orchestra: zwei Welten stoßen aufeinander. Hier eine der Hardrock-Bands schlechthin. Dort die Vertreter klassischer Musik. Unter Baggern in der Stadt aus Eisen soll daraus allerdings alles andere als Konfrontation erwachsen. Deep-Purple-Frontmann Ian Gillan und das Orchester aus der tschechischen Hauptstadt üben den Schulterschluss. In Ferropolis stehen sie am 4. September gemeinsam auf der Bühne.

Michael Wagener, Inhaber des Tour-Veranstalters Lux concerts.events, sieht darin ein besonderes Erlebnis an einem der spektakulärsten Veranstaltungsorte Deutschlands. Die Idee, Rock und Klassik miteinander zu verbinden, sei sicher nicht alltäglich. Doch die Nachfrage nach Karten für das Experiment schon jetzt sehr groß.

Ferropolis-Chef Thies Schröder ist einiges gewohnt in der Stadt aus Eisen, die Spielort für praktisch alle Genre sei. Von Techno bis Pop, von Hardrock bis Klassik stand hier vieles auf der Bühne. "Crossover" ist für Schröder das Maß der Dinge, mit Ian Gillan und dem Prague Philharmonic Orchester sieht er den Ansatz zum ersten Mal auf einer Bühne vereint.

"Musik ist Musik", kommentiert Ian Gillan das Geschehen. Gleichwohl der gemeinsame Auftritt mit dem Orchester wahrlich keine Allerweltsgeschichte sei. Die Idee des Prager Orchester-Chefs Friedemann Riehle habe ihn begeistert, so das Deep-Purple-Urgestein.

Immerhin setzt Riehle nicht allein auf die großen Titel der britischen Band. Die Stimme Gillans wird das tragende Element. Anders als in vielen Versuchen klassischer Orchester, moderne Musik zu spielen, sollen nicht allein die Instrumente der 70 Musiker sprechen. Gillan wird singen, die Orchestermusik den Hintergrund bilden.

"Smoke on the water" soll unter Baggern erklingen. Die stählernen Zeitzeugen spielen eine wichtige Rolle im rock-klassischen Schulterschluss. "Wir werden sie einbeziehen in die Show, beleuchten, vielleicht auch ein Feuerwerk zünden", erklärt Lux-Chef Michael Wagener. Genau genommen soll das Feuerwerk aber auf der Bühne zünden, der Funke auf das Publikum überspringen. Dass dies gelingen werde, ist für Friedemann Riehle ausgemachte Sache. Weil der Ansatz zum Konzert eben ein besonderer sei. "Klassische Orchester greifen im Prinzip seit 150 Jahren auf ein- und dasselbe Repertoire zurück. In der Zwischenzeit hat sich aber die Musik geändert." Auch Deep Purple wären zu Klassikern geworden, denen sich das Orchester sehr gern annehme.

Von Spaß an der Musik ist der Rede, von Leidenschaft auf der Bühne. Anderthalb Stunden lang soll der Auftritt unter Baggern dauern. "Mindestens", sagen die Veranstalter. Zugaben haben sie schon fest eingeplant in das für sie Erfolg versprechende Konzert. Auftritte mit klassischen Orchestern sind für Ian Gillan indes nicht völliges Neuland. In Thessaloniki und Palermo habe er das schon einmal gemacht, sagte er Freitag in der Stadt aus Eisen.

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