Dear Friends

DF 54 - Zypern

März 2014

Liebe Freunde

es gab da etwas Aufruhr wegen unseres bevorstehenden Auftritts in Zypern, also sind hier einige Gedanken zu dem Thema.

Wie es in der Caramba Ausschluss-Erklärung heißt, sind meine Ansichten nicht notwendigerweise die vom Rest der Jungs in Deep Purple. Also bitte, nehmt dies als eine persönliche Meinung; IMHO (‚in my humble opinion' - nach meiner bescheidenen Meinung…anm. d. Ü.), wie ich zu sagen pflegte.

Wir - DP - waren niemals auf der einen Seite oder der anderen, wenn es darum geht, Musik zu machen. Ich erinnere mich dass ich - während des Kalten Krieges - von Besuchen des Bolschoi Balletts, der Top-Fußballteams aus Moskau, und auch der Kosaken-Tänzer in London hörte, und von vielen anderen kulturellen Austauschen zwischen dem Westen und der Sowjetunion. Die diplomatische und kulturelle Seitentüre war immer offen für Kunst, Unterhaltung und Sport, ungeachtet dessen wie beängstigend und konflikthaft der ganze Rest davon war.

Neben vielen anderen Ländern die wir in unseren rastlosen Ausflügen besucht haben waren es Israel, der Libanon, Russland, Georgien, die Ukraine, Griechenland, die Türkei, Armenien, die USA, Venezuela, Argentinien, England, China und Japan; sie alle haben einen Konflikt mit irgendjemandem, und alle wegen Verhalten und Traditionen, die jemand anderes nicht mag.

Und ich liebe sie alle.

Der Untergrundkontakt in den Siebzigern zwischen der Sowjetjugend und der westlichen Musik (verboten durch die Autorität) endete in einer dauerhaften sozialen Verbindung und gegenseitigem Respekt, der das signifikante Element in dem Spiel um Überleben und Dominanz ist, das vor unseren Augen gespielt wird; es war immer so.

Das Nächste, zu dem ich jemals dazu kam, mich selber davon zu verbannen, wegen politischen Gründen in einem Land aufzutreten, war ganz nahe von daheim. Und so war ich involviert, bezog Stellung, nahm eine Seite ein. Tony Blairs illegales und mörderisches Abenteuer im Irak machte mich wütend und beschämt genug, um darüber nachzudenken, England zu exkommunizieren; klingt dumm, aber ich war sehr wütend. Wie auch immer, es ging gegen unsere historische Position, die da ist: Überall aufzutreten, wo wir eingeladen werden, ungeachtet von dortigen Schwierigkeiten/Konflikten, Kriegen, Erdbeben, Aufständen, Taifunen, Streiks, Rebellionen, Gewehrfeuer, und so weiter. Daher traten wir weiterhin in England auf.

Und so sollte es mit Zypern sein, über die Trennung hinweg. Und ich darf hinzufügen dass unsere vielen früheren Besuche in der Türkei und Griechenland wundervoll waren; ich persönlich habe Freunde in beiden Ländern.

Das ist meine Position.

Möge Friede in euren Herzen sein,

Cheers,
Ian Gillan

Copyright © Ian Gillan 2014

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