Questions - you got 'em; answers - we got 'em

72 - authorische Verstopfung, Timing, Lippensynchronisation mit erhobenen Hintern,
Andersartigkeit, Entscheidungsfindung & die Kunst des Alkohols

Von: Ciaran Hennessy

Herr Gillan,

Was war die längste Schreibblockade, die Sie je hatten und wann? (wenn ich fragen darf) Danke für die Worte und die Musik (und die Stimme),

Ciaran (17)
Dublin.

P.S: Wie haben Sie es (die Schreibblockade) überwunden (oder immer noch) Danke.

Hallo Ciaran,

Das ist eine gute Frage.

Ich arbeite seit fast zehn Jahren an einem Roman, also denke ich, das könnte als eine Art Schreibblockade bezeichnet werden. Obwohl ich mir selbst versprochen habe, bald anzufangen, nachdem nun all die Arbeit für das aktuelle musikalische Projekt getan ist.

In der Vergangenheit gab es viele Zeiten, in denen ich um Inspiration gerungen habe, während ich an einem Liedtext gearbeitet habe. Rückblickend erscheint es mir, als seien die Lieder, die in zehn Minuten geschrieben werden, stets wirkungsvoller als die, die eine Woche dauern. Nicht oft, aber hin und wieder fehlt der wesentliche Kern. Mit anderen Worten, ich manipuliere nur Worte, damit sie in einen musikalischen Rahmen passen, aber ich weiß wirklich nicht, was ich zu sagen versuche. Das ist natürlich bescheuert, aber ich komme damit durch, weil ich das Glück habe, Teil von etwas weit Größerem als meinem Beitrag zu sein. Am Ende entwickeln diese Lieder ein Eigenleben, und ich kann mich nicht erinnern, wie und warum.

Wenn ich in eine Idee vernarrt bin, vergesse ich die Notwendigkeit nach Worten und vertiefe mich in das musikalische Arrangement und entwickle die Melodie. Ich stehe am Mikrofon und benutze meine Stimme als ein Instrument. Die Noten und die Ausdrucksweise werden von Geräuschen zusammengehalten, die überhaupt keinen Sinn machen - völliges Kauderwelsch - aber zumindest habe ich die Melodie in meinem Kopf. Die Worte können bis später warten. Und sie kommen zu den merkwürdigsten und manchmal ungünstigsten Zeiten. Deshalb habe ich normalerweise immer ein Notizbuch und einen Stift dabei. Gelegentlich könnte eine Idee ihren Ursprung in einer Bar haben, wo eine Serviette oder ein Bierdeckel genauso gut wie ein Notizbuch dienen.

Ted the Mechanic ist ein klassisches Beispiel. Die Notizen für diesen Song wurden in einem Pub in Stowe, Vermont während der Produktion von The House of Blue Light gemacht. Es war ein paar Jahre später, als ich mein Home Office reorganisiert habe, als ein halbes Dutzend Servietten aus einem Notebook fielen, und ich habe sie für diesen Song benutzt. Außerdem denke ich, eine Schreibblockade ist etwas, das mit Arbeitsethik zu tun hat. Wie alles im Leben, je mehr man es tut, umso einfacher wird es. Steve Morse zum Beispiel übt viele Stunden am Tag, deshalb ist seine Improvisationsarbeit seine zweite Natur. Er kann sich instrumentell mit derselben Leichtigkeit ausdrücken wie du und ich eine Unterhaltung führen würden. Ich schreibe jeden Tag und so, im Laufe der Jahre, fällt es leichter, Gedanken nieder zu schreiben.

Cheers, ig

Von: Pippa Beech

hi Ian

Ich habe zwei Fragen für dich.

Wenn du ein Solo-Projekt hast, das zur Veröffentlichung ansteht wie im Moment, und es fällt zusammen mit einer Purple-Veröffentlichung, wird deins für eine Weile auf Sparflamme gesetzt, damit die beiden nicht kollidieren? Und die zweite Frage ist, hast du das Medley von Purple-Liedern im russischen Volksmusikstil gehört, das man sich derzeit über die Highway Star Website anhören kann, und wenn ja, was hälst du davon? Ich mag es einigermaßen, weil es irgendwie ungewöhnlich und schrullig ist. Obwohl ich ein paar Probleme hatte, alle Songs zu identifizieren, vielleicht muss ich es mir noch mal anhören. Ich freue mich auf all die neuen Sachen.

Liebe, Pippa X (entschuldige Pippa, ich habe deine Identität schon preisgegeben - steve/ed)

Hallo Pippa,

Bezüglich der zweiten Frage muss ich dein Urteil so hinnehmen, da ich noch keine Zeit hatte, es anzuhören. Die meisten der DP-Projekte von Orchestern, Jazz-Combos, Volksmusikgruppen usw. sind interessant, weil sie unterschiedliche Interpretationen der Musik liefern - im Gegensatz zu den direkten, Note-für-Note-Versionen der Coverbands.

Die interessanteste Version von "Smoke on the Water", die ich je gehört habe, war von 'Yvonne the Tigress'. Sie war Stripperin in Südamerika und hat den Song nur mit ihrer Stimme und einer Handtrommel zu einem Samba-Rhythmus aufgenommen, zu dem man die zusätzlichen Schreie 'Get 'em on' von Repo Depo hören konnte, als er eine Gala-Vorstellung eines Nachts in ihrem Club anschaute.

Bezüglich meiner Jubiläumsplatte 'Gillan's Inn' - Ja, es stimmt, dass wir die Veröffentlichung bis Februar 2006 verschoben haben wegen 'Rapture'. Es wäre bescheuert gewesen, sie beide gleichzeitig heraus zu bringen. Bei mir kommt Purple zuerst, also passen wir uns drum herum an so gut wir können - das gilt auch für Live-Shows.

Cheers, ig

Von: Jemma Hansen

Allo,

Will nur fragen, ob du Videos wie Call of the wild gern gemacht hast? Und hast du jemals lippensynchronisiert bei einer Live-Show?

Danke,
Jemma-Kopenhagen

Allo Jemma,

Gute Frage. Ich habe Vidoes immer missbilligt, weil ich nicht gefühlt habe, dass das Fernsehen ein gutes Medium für Rock 'n' Roll ist - hervorragend für andere Formen, aber nicht für ‚Rock'. Grundsätzlich hat sich nichts geändert; ein oder zwei Leute sitzen zu Hause und betrachten Musiker, die schlecht agieren zu einem Skript, das noch schlechter ist. Es ist die völlige Antithese zum Liveerlebnis. Es ist ein bisschen besser geworden, der Sound ist besser für den Anfang und man kann es in einer Bar anschauen. Trotzdem ist das ganze Ethos bestimmt von der unersättlichen Nachfrage des Fernsehens nach Image und Inhalt, und wie bereitwillig verbinden sich diese beiden kleinen Teufel, um den kleinsten gemeinsamen Nenner zu bilden - das Kriterium für Sofa-Abhängigkeit. Während unserer letzten Session in L.A., während wir 'Rapture of the Deep' schrieben und aufnahmen, lief MTV die ganze Zeit in der Küche - mit abgestelltem Ton, jetzt hab ich's!

Das 'Call of the Wild' Video war unser Versuch, die Form satirisch zu darzustellen. Wie du beim Betrachten sehen kannst, haben wir nichts als Desinteresse gezeigt - wir haben etwas Respekt entwickelt, als wir die Rechnung über 250.000 US$ gesehen haben - ziemlich viel in den Achtzigern. Das alles war ziemlich bescheuert, da MTV antwortete, indem sie etwas später - zu der Aufnahme - sagten, sie würden nie ein DP Video spielen, weil wir zu alt seien. Was glaubten wir, wer wir waren? Tatsächlich hat uns diese Grundsatzerklärung ein Vermögen erspart über die Jahre.

Wie auch immer, wenn wir ein anständiges Skript und die richtige Idee gehabt hätten, wären wir inzwischen Videostars. Alles was wir gebraucht hätten, wären ein paar von unseren Freundinnen - Entschuldigung, Schlampen - die ihre erhobenen Hintern anbieten, als würden sie bizarre sexuelle Vorschläge machen zu protzigen Autos, irgendwelchem Monopoly-Geld, einem großen gemieteten Haus/Pool, Zeichensprache, die erhebliche Mietverhältnisse in der Hosenabteilung anzeigt, Modeschmuck verschraubt mit oder baumelnd von jedem Finger, Lippe oder Nasenscheidewand und ein bisschen schlechte Haltung. Also das ist Musik - ich mache den Regisseur verantwortlich.

Nachdem ich all das gesagt habe, verstehe ich den Werbewert des Fernsehens - er ist massiv. Haben wir jemals lippensynchronisiert bei einer Live-Show? Äh, nein.

Cheers, ig

Von: Earl Rushhead

HI!! Ich habe Toolbox auf CD und habe mich gefragt, was die andere Ian Gillan (wer ist denn diese "andere Ian Gillan", hä? - steve / ed) Veröffentlichung mit Leonard Haze am Schlagzeug war?? Die Y&T Website sagte, er hat 2 Platten mit Ian aufgenommen. Was ist der Titel der anderen Platte?

Danke! Earl

Hallo Earl,

Die einzige 'Veröffentlichung' mit dem Bürgermeister der Hölle am Schlagzeug war in der Tat 'Toolbox'. Repo Depo, wie wir unbekannt geworden waren, Leonard Haze (Schlagzeug), Brett Bloomfield (Bass - seine fünfseitigen Bässe wurden aus ganzen Eichen gemacht) und Dean Howard (Gitarre) war dabei, einiges neues Material in Holland aufzunehmen - mit The Bolland Brothers, aus Holland - ich weiß, ich weiß - als das Purple-Ding wieder seinen hässlichen Kopf aufzog, und ich - widerstrebend zuerst, aber jetzt ach so froh - zur Herde zurück kehrte. Die Reise zurück von Holland nach England auf der Fähre war für uns alle sehr traurig.

Ich erinnere mich, einer der Songs, die wir aufgenommen haben, hieß 'Easy Come, Easy Go'. Ich habe ihn noch auf Kassette zu Hause, und jetzt natürlich digitalisiert in meinen Mediendateien.

Cheers, ig

Von: Phillip Thow

Nur ein paar: Ich liebe deine Stimme und deinen Stimmumfang, ich denke, sie passt perfekt zur Musik von Deep Purple.

Ich wollte nur wissen, was deine Sicht auf deine Zeit bei Black Sabbath ist? Schaust du zurück und denkst "was habe ich mir gedacht?" Denkst du es war eine gute Entscheidung zu der Zeit, obwohl es kein beliebtes Album für Sabbath-Fans war?

Irgendwelche Pläne, wieder in Neuseeland zu touren?? Wir lieben dich hier unten!!!! Ich habe gerade "The Platinum Collection of Deep Purple" gekauft. Auch eine ausgezeichnete Auswahl von Songs, ich bin sehr glücklich damit!!!

Danke für deine Zeit, Rock on!!!

Cheers!!
Phil Thow
Invercargill (laut den Rolling Stones: Das Arschloch der Welt!!!) (Invercargill! Nicht ich!!)

Hallo Phil,

Zunächst denke ich, du brauchst nicht so unhöflich zu den Stones sein - oder vielleicht lese ich das falsch - ihr Kiwis sagte, was ihr denkt, nicht wahr... Egal, wir alle freuen uns darauf, nach Neuseeland zurückzukommen - wir hatten eine tolle Zeit dort während der ‚Bananas' Tour... und wenn DP es dieses Mal nicht schaffen, bekommst du vielleicht ein Gillan Konzert oder zwei als eine Art Trostpreis.

Bezüglich Black Sabbath/Born Again, ich habe keine Ahnung, ob es eine gute Entscheidung zu der Zeit war, weil ich sturzbetrunken war - und unter einem Tisch im The Bear, Woodstock - als ich zugestimmt habe, es zu machen. Ich verstehe wirklich, wie sich die Sabbath-Fans gefühlt haben mussten, aber im Nachhinein war es eine gute Platte und es füllte die Lücke für uns alle.

In der Tat haben wir gerade eine Black-Purple-Version von 'Trashed' mit Tony Iommi (Gitarre), Ian Paice (Schlagzeug) und Roger Glover (Bass) für 'Gillan's Inn' aufgenommen - interessant, was? Ich dachte nicht.

Cheers, ig

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