Questions - you got 'em; answers - we got 'em

78 - Autoren & Mexikanisches Essen, eine Geschichte der Tourneen, Mary Jane & Old Bill, Exzess & früher Abgang, Martialisches Philosophieren, über hälsische Dinge,
Security-Pickel-Arroganz

Von: Alfonso Fernández

Hi Gillan,

Wie geht es dir? Ich habe in paar Fragen, wenn du nichts dagegen hast:

Ich habe mich gefragt, wie sehr du Literatur magst und wer deine Lieblingsschriftsteller sind? Glaubst du, dass Literatur und Musik eine gute Mischung sind?

Und zuletzt, hast du jemals mexikanisches Essen probiert, was hältst du davon?

Ich hoffe, ich lese deine Antworten!

Beste Grüße
Alfonso Fernández
Salud!

 

Hallo Alfonso,

Wenn du Musik und Literatur früh in deinem Leben wertschätzt, dann bist du schon reich. Man muss die Fantasie eines Kindes anregen, wenn man will, dass es im reifen Alter funktioniert. Gute Literatur lässt einen denken, aber man braucht anfangs ein bisschen Hilfe, und für mich fing alles mit Gutenachtgeschichten an.

Ich hatte keinen Nutzen von Dahl, bis ich es meiner eigenen Tochter vorgelesen habe, dann kamen Kipling, Melville, Chaucer, Shakespeare, Homer, Twain, Hemingway, Asimov, Le Carre, Hunter S. Thompson und so weiter; ich könnte ein Haus bauen mit den Büchern, die ich gelesen habe - ich bin sogar sicher, dass meine Bibliothek das Dach trägt.

Natürlich, ich habe mexikanisches Essen probiert - in Mexiko und vielen anderen Ländern. Ich mag die Geschmacksrichtungen und die Ehrlichkeit der mexikanischen Küche. Wie italienisches ist es ehrliches Essen, serviert in einer fröhlichen Atmosphäre mit anspruchslosen flüssigen Ausstattungen.

Cheers, ig

Von: Simone Wagner

Ian Hey!

Ja ich würde gern in Englisch schreiben, aber mein Wortschatz ist noch ziemlich beschränkt.

Also zunächst muss ich mich entschuldigen für das absolut brillante Konzert in Benediktbeuern, danke! Es war die reinste Freude, dich zu sehen! Wir hatten auch das Glück gehabt, einen Platz in der ersten Reihe zu belegen, um ein direktes Blickfeld auf dich zu bekommen (und eine unglaubliche Lautstärke, wir waren direkt vor den Gitarrenverstärkern).

Ich habe jetzt eine mehr allgemeine Frage zu den Tourneen in den 70ern. Ich bin 16 Jahre alt, und habe daher nur eine geringe Vorstellung von dieser Zeit, aber ich habe mir in den Kopf gesetzt, ein Buch über die Band in dieser Zeit zu schreiben, und jetzt würde es mich interessieren, wie es damals war, bezüglich Unterbringung, Transport, Vorbereitung, Tagesgeschäft usw.. Es wäre toll, wenn du mir helfen könntest. Es würde mich auch interessieren, ob du dein Leben mit der Tätigkeit bei Deep Purple Mk 2 geändert hast in drei (okay, vielleicht auch vier) Worten, einfach die ersten Begriffe, die dir einfallen! Ganz spontan!

Vielen Dank im Voraus fürs Lesen. Ich weiß, dass du ziemlich viele E-Mails bekommst, und wahrscheinlich enthalten 70% das Gleiche wie meins, aber ein Versuch ist es wert :-)

Also nochmals Danke, ich hoffe, dass ich im November in München zuhören kann :-)

Viele Grüße
Simone Wagner (Munich)

 

Hallo Simone,

Danke für deinen Brief und deine freundlichen Worte. Es freut mich, dass dir die Show in Benediktbeuren gefallen hat, toller Ort, nicht wahr - auch ein interessanter Gast auf der Bühne.

Ich bin mir nicht sicher, ob ich all das in nur ein paar Worten machen kann, weil die Komplexität einer DP-Welttournee ein Buch für sich selbst erfordert. Aber du hast mich dazu gebracht, darüber nachzudenken, wie sich die Logistik über die Jahrzehnte geändert hat. Natürlich war es am Anfang schwer genug, die grundlegenden Elemente zusammenzubringen: Musiker, Buchungen, Transport und selbst die elementarste Ausrüstung.

Geprobt wurde bei irgendjemand zu hause, bis wir von wütenden Eltern/Nachbarn rausgeworfen wurden. Buchungen waren normalerweise unbezahlt, als Gegenleistung für Proberäume in Lagerräumen im örtlichen Jungendklub oder Schule. Transport war auf Schuster's Rappen oder per Bus, und Ausrüstung - nun - mein erster Verstärker war ein Grundig Tonbandgerät mit einem durch ein 1-Meter-Kabel angeschlossenem Tischmikrofon. Da ich auch der Schlagzeuger war, hatte ich eine Sally Army Basstrommel (ohne Stifte, weshalb sie beim ersten Tritt davon wanderte - auch keine Pedale), ein Hi-Hat-Mechanismus mit einem Becken, das sich eindrucksvoll hob und senkte, aber ohne den perkussiven Effekt, der von einem unteren Partner so nutzbringend geboten worden wäre. Eine Gigster Seitentrommel mit einem übrig gebliebenem Strang an der Snare. Und - ach ja, ein Trommelstock und eine Bürste ergaben das unheimlich aufregende, aber fast völlig lautlose Kit.

Als wir besser und zielstrebiger wurden, wurde alles größer - einschließlich der Egos. Wir erhielten mehr Buchungen und entwickelten einen Klüngel von loyalen Freunden, die unwissentlich unsere ersten Roadies wurden. Ich überspringe die nächsten paar Jahre, weil es größtenteils eine Periode der Hoffnung und Enttäuschung war, die man getrost vergessen kann, und die wir hauptsächlich damit verbrachten, das Handwerk zu lernen, was uns in späteren Zeiten so überaus dienlich war.

Die Dinge ereichten einen Höhepunkt in den frühen Achtzigern. Viele Sattelzüge und Busse waren erforderlich, um unsere Ausrüstung und die Armee von Roadies von einem Veranstaltungsort zum anderen zu transportieren. Buchungen wurden zur Reiseroute, Worte wie Veranstaltungsort und Konzert wurden unserem Wortschatz hinzugefügt, Roadies wurden zur Crew (kollektiv) und Techniker (einzeln), und - leider - ‚Eintausend auf einem Floß' (Bohnen auf Toast an der Blue Boar) war nicht mehr zu finden, wenn man den Schildern und seiner Nase zum ‚Catering' gefolgt ist.

Dann wurde alles wieder ein bisschen kleiner aufgrund der Digital-Technologie, weshalb wir nicht mehr ganz die alten Konvois brauchten, tatsächlich wurde alles verkleinert, obwohl - paradoxerweise - die Touren größer denn je sind.

Bezüglich persönlichem Komfort, der Text von '69 beschreibt die Unannehmlichkeiten des Fliegens durch die Nacht in einem kaputten Waggon mit einem Mikroständer in meinem Hintern. Danach hatten wir anständige Autos, aber es ist für eine Band keine gute Idee getrennt zu reisen, deshalb verbrachten wir die meiste Zeit unseres Lebens in Tourbussen bei Langstrecken (siehe 'Hurtling' in DF 1, Okt '96) und Lastwagen für örtliches Zeug. Wir benutzen immer noch Lastwagen, aber Charterflugzeuge haben die Busse ersetzt - sehr zum Verdruss von Don Airey - weshalb wir schneller über das Land ziehen und in nicht-beweglichen Betten schlafen, was zum größten Teil vorteilhaft ist.

Cheers, ig

From: Nunzio

hi.

Ich bin Nunzio. Ein italienischer Junge. Ich habe eine Frage für dich: Was denkst du über die Legalisierung von Marihuana? Danke für deine Zeit. Du bist eine kosmische Person. Tschüß

Ich warte auf Antwort

 

Hello Nunzio,

Persönlich bevorzuge ich Blissing (siehe DF#40), aber schau nur was passiert ist als ich es im Flughafen Heathrow probiert habe… das Problem sind die Art Leute, die die Regeln erzwingen. Es ist ja nicht mehr so, dass wir einen Bullen an jeder Straßenecke hätten. Die Polizei ist nicht länger Teil des Gemeinwesens. In England ist Old Bill [Bez. für ‚die Polizei' in England, Anm. des Übersetzers] jetzt der Feind von fast allen, die sich als gesetzestreue Mitglieder der Gesellschaft ansehen (im Gegensatz zu unfreiwilligen Regelbrechern).

Insbesondere bezüglich Marihuana befürworte ich den Gebrauch, aber nicht den Missbrauch, und so lange es kriminalisiert ist, muss die Gesellschaft mit Kriminellen umgehen und wir wissen, wohin das führt. Es gibt eine alte Binsenweisheit… ‚Verbote wirken nie'.

Seht nur was Kriminelle mit dem natürlichen Cocablatt gemacht haben. Anstatt dass es ein angenehmer Priem oder Gebräu ist (Coca-Tee ist ein milder Muntermacher), wurde es chemisiert, so dass sich Idioten giftiges Pulver ihre dummen Nasen hochschieben können.

Man wird jedoch immer irgendwelche Schlaumeier finden, die sagen ‚Nun, wir haben Mord, Kannibalismus und Sklaverei verboten, Frauen, die kauernd gebären, und all das hat funktioniert…' gähn, ja Kumpel, du hast ganz recht, du gewinnst. Wo ist mein Bliss????

***************

Extract from DF#40…

Egal, das war es in den Seiten eines weiteren verdammt miserablen BA-Erlebnisses - Lügner, Lügner, Vielflieger.

Also steckte ich ein Bliss (engl. Glückseligkeit, Anm. d. Übersetzers) zwischen meine Lippen, zielte auf einen geheimen Platz, und zog mich sanft zurück.
'Entschuldigung, Sir!! Sie können im Terminal nicht rauchen.'
'Ja, ich weiß.'
'Sir!! Sie müssen die Zigarette ausmachen.'
'Welche Zigarette?'
'Sir, ich rufe den Sicherheitsdienst - SIE KÖNNEN HIER DRIN NICHT RAUCHEN!!!!!!'
'Sehen Sie irgendwelchen Rauch?'
Der Sicherheitsdienst trifft ein - sich aufbauschend...
'Meine Herren, was ist das Problem? Oh, ich sehe, SIR - sie sind verhaftet wegen Rauchens.'
'Aber ich rauche nicht. Sehen Sie irgendwelchen Rauch? Ich habe keine Feuerzeug, dieses Ding brennt nicht.'
'DAS ist eine Zigarette und sie ist gegen das Gesetz.'
'Tatsächlich, wenn Sie genau hinschauen würden, würden Sie sehen, das das keine Zigarette ist, ich bin am Blissen.'
'Blissen?'
'Ja, das ist meine neue Erfindung. Sie ziehen an einem Ende des Bliss - dieses ist gefiltert - und dann benutzet man nur seine Vorstellungskraft; das ist wirklich ziemlich nett. Es gibt keinen Tabak, und man bekommt keine Flammen, Rauch oder Asche. Keine Streichhölzer oder Feuerzeuge werden benötigt. Können Sie irgendetwas riechen? Nein, es ist geruchslos. Es hat keine Auswirkungen auf irgendjemanden außer natürlich den Inhalierer selbst.'
'Aber wir mögen den Anblick davon nicht - Haben Sie eine Genehmigung?'
'Ich brauche keine.'
'BRAUCHEN SIE DOCH!!!'
'Aber ich sauge nur an einer Röhre.'
'Nun, es sieht aus wie eine Zigarette und bis wir entschieden haben, was es ist, sind Sie verhaftet - und wir werden diese Zigaretten zur Analyse mitnehmen.'
'Das sind keine Zigaretten.'
'Brauchen Sie einen Anwalt?'
'Nein, ich brauche eine Zigarette.'
'Machen Sie sie aus!'
'Ich kann nicht - sie ist nicht an.'

Cheers, ig

Von: Jason

Ian,

In fast jedem künstlerischen Medium gibt es zahllose Beispiele von Künstlern, die frühzeitig starben aufgrund von Abhängigkeit von und Experimentieren mit einer Vielfalt von Substanzen. Viele dieser Personen waren hochbegabte und kreative Leute - in der Deep Purple-Familie kommt einem sofort das Beispiel von Tommy Bolin in den Sinn.

Diese Verhaltensweisen fangen oft unter dem Vorwand an, die Kreativität zu erweiternder und die Wahrnehmung für neue Erfahrungen zu öffnen. Aber oft genug scheinen sie den künstlerischen Prozess zu behindern statt ihn zu verbessern, ich denke die Ausnahmen davon sind selten. Darüber hinaus erscheinen sie als eine Abkürzung, anstatt an seiner Kunstfertigkeit zu arbeiten und die Erfahrungen des Lebens in sein Bewusstsein zu integrieren.

So viele haben den Ausspruch des Dichters William Blake "Die Straße des Exzesses führt zum Palast der Weisheit" als eine Art Doktrin genommen, ihre Selbstzerstörung zu rechtfertigen.

Das Klischee des leidenden Künstlers, das Gefühl eines Anspruchs, den solch eine Sichtweise erzeugt, und den Genuss, den wir solch talentierten Leuten erlauben, haben mehr wichtige Stimmen zum Schweigen gebracht als jegliche Zahl von kritischer Missachtung jemals tat.

Mich interessiert deine Sichtweise zu diesem Thema; deine Erfahrung auf diesem Gebiet ist einzigartig und maßgeblich. Glaubst du, dass dich deine Trink- und Drogenerfahrungen zu einem besseren Liedermacher oder Musiker gemacht haben?

Wenn nicht, gab es eine Zeit, wo du geglaubt hast, es wäre so? Hast du persönliche Erfahrungen, wie man damit umgeht, die du gerne teilen möchtest? Was sind deine Gedanken zu dem Konzept im Allgemeinen? Ich bin sehr daran interessiert, deine Gedanken in dieser Sache zu hören.

Gott segne dich, und mögest du noch lange weiter schaffen, erfahren und lieben.

Jason
Bloomington, Indiana

 

Hallo Jason,

Das ist keine schwierige Frage. Ich denke, es ist unmöglich, unter dem Einfluss von Alkohol oder Drogen irgendwie besser zu schreiben oder zu spielen. Es mag sein, dass einige Leute mit natürlichem Talent ihre Hemmschwelle in der Boheme los werden, und dieser Nutzen mag lang anhaltend sein, aber es gibt keine feinere Verfassung für das Schreiben als mit einem klaren Kopf und einer aufgeweckten Stimmung.

Der Pfad des Wissens ist ü bersät mit Leichnamen toter Genies, die ihre Gehirne mit Meskal, Opium, LSD, Kokain, Alkohol, Marihuana und so weiter misshandelt haben, alles im Namen von höheren Dingen.

So wie pfiffige Pädophile geltend machen, dass ihre Downloads 'Recherche' seinen, ist es selbsttäuschender Blödsinn. Wenn du beinlos werden willst, dann benutzte nicht deinen Wissensdurst als Entschuldigung für eine Woche an der Bar.

Das soll nicht heißen, dass, wenn man nach einem sensationellen Gelage aufwacht, man nicht eloquent über die Ausschweifungen, den Menschenhass oder den flüchtigen Eindruck höherer Dinge schreiben kann. Und wenn man in der Lage ist, Ironie anzuwenden, mag es sogar des Lesens wert sein.

Blake's Worte sind offensichtlich nicht so gemeint, dass man sie wörtlich nehmen soll, so wie 'Regeln sind dazu da, dass man sie bricht'. Die Meisten würden spotten, aber Einige würden sagen, dass metaphysische Erfahrungen Teil einer erweiterten Realität sind. Ich würde sagen, dass alles, was einem eine breitere Perspektive gibt, einen gewissen Wert hat, aber nicht wenn es zur beherrschenden Eigenschaft der Betrachtungsweise wird, denn dann wird es zum Dogma reduziert und wird wertlos. Eine Verschiebung der Einstellung ist offenkundig nützlich, um das Objekt zu triangulieren, seine anderen Seiten zu sehen. Entweder das oder das Objekt selbst muss sich verschieben, wie die Sterne für die frühen Himmelsbeobachter, und wie die Sphäre es tat, um Herrn Square zu helfen, die Idee zu begreifen, dass es eine andere Dimension gab - anders als die beiden in Flatland, wo er lebte - sie musste nur auf und ab springen, um sichtbar zu werden (Abbott).

Bezüglich deiner Frage, ob die Gesellschaft solche Genüsse erlauben sollte, habe ich keinen Zweifel, dass sie es sollte. Stell dir eine alternative, kraftlose Welt gleichartiger Wächter und Ordner vor, mit nichts, wogegen sie schimpfen können. Was würde der Pulsschlag der Menschheit als Antwort darauf aufwerfen?

Cheers, ig

Von: Franz Lehmann

Lieber Ian,

Viele Leute um mich herum sind sehr erstaunt weil ich Deep Purple liebe. Ich kann nicht aufhören, sie zu hören, und manchmal, wenn ich dich auf CD (oder LP!!!) singen höre, schreie [oder weine? Anm. d. Übersetzers] ich mit dir.

Aber ich liebe nicht nur diese alten Klassiker, ich interessiere mich auch für Kampfkunst. Ich kann sagen, dass das die Grundlage meines Lebens ist

. Deshalb würde ich gerne wissen, ob du jemals Kontakt zu Kampfkunst oder der Philosophie Asiens hattest.

Vielen Dank fürs Lesen und Antworten.

Entschuldigung für mein schlechtes Englisch - ich hab mein Bestes versucht.

Ein deutscher Fan,
Franz Lehmann

 

Hallo Franz,

Danke dass du geschrieben hast. Ich weiß nicht viel über die physische Seite der Kampfkunst, aber die spirituellen und psychologischen Aspekte haben mich seit langer Zeit fasziniert. Von Judo oder Ju Jitsu - ich bin nie sicher welches - habe ich gelernt, wie ich die Stärke eines Gegners zu meinem Vorteil nutzen kann; da erkannte ich die Wichtigkeit, zentriert oder ausgeglichen zu sein.

Eines der ersten Dinge, die mir meine Mutter beigebracht hat, war, mir meiner Umgebung bewusst zu sein. Deshalb benutze ich gern alle meine Sinne,……. benutze mehr als nur meine Augen. Das Zittern, die Bewegung der Luft fühlen, nach etwas lauschen, das nicht da sein sollte. Wissen, was hinter mir ist, um die Ecke und hinter dem Hügel.

Und einmal erwies sich etwas namens Iron Horse [Eisernes Pferd] als sehr nützlich in einem Moment der Gewalt.

Was die Philosophie Asiens angeht - wie Konfuzius einmal sagte: Hast du eine Minute?

Cheers, ig

Von: Geffen

Hallo Ian,

Mein Name ist Geffen und ich war auf einem DP-Konzert am 17. September (letzten Monat). Es war erstaunlich und jenseits aller Erwartung. Ich war so bewegt, dass ich meine Freunde überredet habe, nach der Show zu bleiben (das war einfach), so dass ich deine Hand schütteln konnte und mich für diese Erfahrung bedanken konnte. Meine Freunde (mein Schlagzeuger und seine Freundin) sind nicht mit leeren Händen gegangen, sie bekamen dein Autogramm und Fotos von dir :-) Roger Glover und du stiegen aus dem Auto und ihr entschuldigtet euch sehr liebenswürdig dafür, dass wir so lange dort draußen ausharren mussten… du warst sehr süß und ich möchte dir noch einmal danken für die schönste, bewegendste und inspirierteste Show!

Ich bin froh, dass ich deine offizielle Webseite entdeckt habe, besonders den Q&A-Teil. Meine Anerkennung an Steve/Ed und dich für einen sehr speziellen, scharfen und amüsanten Humor. Er hat dich in der Vergangenheit vielleicht in Schwierigkeiten gebracht, aber einige schätzen ihn :-)

Meine Frage diesmal ist:
Wie du vielleicht schon geahnt hast, habe ich eine Band :-) Meine Frage ist über Singen und Touren: Ich habe gesehen, dass du manchmal zwei oder drei Shows an aufeinanderfolgenden Tagen geplant hast. Belastet das deine Stimmbänder schwer? (macht sie müde, heiser usw.) Ich frage mich, wie du deine Stimme und deine Kehle davor bewahrst, während einer Tour heiser zu werden? Und wenn es doch Probleme macht, wie gehst du mit Halsschmerzen oder schlimmerem (Gott bewahre!!) mitten in einer geschäftigen Tour um?

Mit Liebe und Wertschätzung,

Geffen
Die Webseite meiner Band ist: http://www.myspace.com/redsoil . Wenn du die Zeit und Geduld hast, reinzuhören, werde ich dir ewig dankbar sein!!! :-)

 

Hallo Geffen,

Ich habe früher oft schreckliche Probleme mit meinem Hals bekommen, bis ein pfiffiger Doktor (Theobold) in München das Problem als grob entzündete Mandeln erkannte, die zu einem schlechten Ansatz führten, weil ich anfing, unnatürlich zu singen, was natürlich zu entzündeten Stimmbändern und Knötchen führte.

All die berühmten/kostspieligen Harley Street [Straße in London, in der viele (berühmte) Ärzte ansässig sind] HNO-Experten stimmten darüber überein - meine Knötchen sollten operativ entfernt werden. Sie alle schlugen Stimmübungen vor, so dass ich korrekt singen könnte und all der Blödsinn.

Professor T sagte, ich sollte meine Mandeln rausnehmen lassen, weil das die Ursache für all den anderen Ärger sei. Also nahm ich seinen Rat an und hatte seitdem nie wieder Probleme - abgesehen von gelegentlichem, seltenem Schnupfen, was nicht vermieden werden kann, wenn man geschäftlich fliegt.

Aber im Allgemeinen habe ich keine Halsschmerzen und Belastungen. Ich führe das zurück auf eine entspannte Herangehensweise an unsere Auftritte und die Macht der Meditation. Das mag ein wenig seltsam klingen, aber ich bekomme wirklich (immer noch) die Schmetterlinge der nervösen Aufregung jeden Konzerttag, wenn ich aufwache. Meine Adrenaldrüsen sind imstande, genug Saft zu pumpen, um eine kleine Stadt zu versorgen, deshalb muss ich sie passiv halten, bis ich auf die Bühne gehe, andernfalls würde mir die ganze Kraft ausgesaugt.

Also mache ich meine Interviews am Morgen vor der Reise, dann konzentriere ich mich auf alles außer dem abendlichen Auftritt. Das kann sein Schreiben, Lesen, kryptische Kreuzworträtsel oder Mah Jong (ich bin süchtig), Spazierengehen, gefolgt von einer Massage und dann - mein Favorit - eine Siesta.

Ist das Leben nicht großartig…

Cheers, ig

Von: Jeff Lundius

Hallo Ian,

bin gerade vom Frankfurter Konzert (7. Nov) zurückgekommen und habe es wirklich genossen! Gegen Ende hast du Highway Star gesungen und mit einem Security-Mann (?) gesprochen, als du bei den Bassboxen auf dem Boden zu deiner rechten (ich war genau vor diesen Boxen in der ersten Reihe). Du warst über irgendwas verärgert und sagtest dem Typ, er solle "f*** off" ... außer dies ist der neue Text zu Highway Star :-) Ich bin nur neugierig, um was es dabei ging.

Und wenn ich schon mal hier bin, und da ich selbst Mundharmonika spiele .... welches Modell hast du gespielt? Du hast es zu schnell in deine Tasche gesteckt. Viele Grüße,

Jeff Lundius

 

Hallo Jeff,

Du hast recht, ich war ärgerlich und habe ihm gesagt, er solle sich davon machen. Was ist los mit diesen Typen, dass sie so geschäftig sind. Ihr Job ist nicht, die Menge zu kontrollieren, das wird durch die Ausstattung der Halle erledigt. Ihr Job ist es, den Zuhörern behilflich zu sein. Wenn so ein Spinner Ärger macht, dann klar, darum kümmern. Aber unsere Zuhörer sind da, um sich zu amüsieren und müssen nicht vom so einem wulstigen Schläger bedroht werden, wenn sie sich über die Absperrung lehnen, um ein Plektron von Morse oder Glover zu fordern. Um fair zu sein, die Security war in letzter Zeit fantastisch, aber es reicht schon einer, nicht wahr.

Ich versuchte zuerst, liebenswürdig zu sein, aber der arrogante Pickel wollte einen Kampf - also ließ ich ihn entfernen.

Das schlechteste Beispiel ist im Wembley in London, wo die fiesen BTs dasitzen und eine sitzende Menge böse anstarren - und sie herausfordern, sich zu bewegen. Schrecklich ist das.

Ich spiele ein paar (C und D) altertümlicher Hohner Blues Harps, die alten wurden sogar in Deutschland gemacht und man kann sie herum schieben, ohne sich die Lippen aufzuschlitzen. Ich gebe ihnen ein Spülbad in meinem Eiskübel vor der Show, dann schüttele ich sie aus. Ich sauge als Harmonikaspieler, daher verhindert diese Praxis, dass ich am Staub ersticke und gleichzeitig hellt sie den Klang der Blättchen auf.

Cheers, ig

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