Rockpages Web Magazine (Greece)

Ian Gillan

One Eye To Morocco

Edel

Man sollte kein weiteres Hard Rock Album nach 40 Jahren seiner Karriere im Musikgeschäft erwarten, Wie auch immer, nachdem er wenigstens 54 seiner 63 Jahre in einem absolut musikalischen Umfeld verbracht hat, angefangen mit seiner Familie bis zu den Bands für die er gesungen hat, groß oder klein, veröffentlicht der Sänger ein weiteres Solo Album, dieses mal zollt er seinen Einflüssen Anerkennung, außerhalb des Deep Purple Prismas.

Tatsächlich ist es genau das worum es beim Titel geht. Es ist wenn man auf etwas konzentriert ist, aber der Geist einfach irgendwo anders hin wandert. Genau wie wenn man beim Arbeiten ist und man über das Wochenende nachdenkt, oder wie ein Kind im Klassenzimmer das über die Ferien nachdenkt.

Das Album ist charakterisiert als ‚persönlich', was einen total freien und weiten künstlerischen Ausdruck bedeutet der die Begrenzungen der Identität des Künstlers zerbricht. Wenn wir nach etwas von musikalischer Bedeutung aus Gillans Vergangenheit suchen, dann sprechen wir von ‚Naked Thunder' (1990) und seiner Zusammenarbeit mit Roger Glover 1988 und dem Album ‚Accidentally On Purpose'. Es ist definitiv viel besser als sein letztes, ‚Dreamcatcher' (1997) und das wahrscheinlich wegen der Präsenz von echten Musikern anstelle von elektronischen Schlagzeug und Schleifen. Sicherlich geben Michael Lee Jackson und Steve Morris an der Gitarre, Rodney Appleby am Bass, Howard Wilson am Schlagzeug, Joe Mennonna am Saxophon, Lance Anderson an der Hammond Orgel und Jesse O'Brien am Keyboard - mehr oder weniger dieselbe Gruppe die auf ‚Live In Anaheim' spielte - dem Album einen lebendigen Hauch und machen Gillans Reise durch Funk, Blues, Soul und natürlich Rock ‚n' Roll sehr interessant.

Wenn ihr also ein neues ‚Toolbox' oder ‚Mr. Universe' erwartet, vermeidet ihr es besser, aber wenn ihr euer eigenes ‚Marokko' habt, dann werdet ihr diesen Zug des großen Ian Gillan bewundern und mit ihm fühlen.

Yiannis Dolas