Eine Sammlung von Glanzstücken

Ein weiterer, noch größerer Fan schreibt - 3. Februar 2006

Hey du stiller Schreier:

Was zum Teufel denkst Du und Roger "Prollokind" Glover eigentlich wer ihr seid, um Ritchies Wunsch nach einem einmaligen gemeinsamen Gig abzulehnen?  Ihr großkotzigen Snobs braucht ganz offensichtlich mal einen Realitätscheck:

  • Hätte Ritchie 1969 nicht einen mehr dynamischeren Sänger gewollt, wärest Du ein drittklassiger Schauspieler und kein ausgesorgter Sänger und das Prollokind würde heute wahrscheinlich Klos putzen;
  • Niemand bestreitet, dass Ritchie Fehler gemacht hat, aber er hat Deep Purple nicht ruiniert. Er war als Gitarrist und federführender Songwriter der Hauptverantwortliche für den phänomenalen Erfolg in den 70ern und der glorreichen Wiedervereinigung in den 80ern.  Er war auch der Hauptverantworliche bei der Vermarktung der an Rainbow AD (nach Dio) erinnernden "House of Blue Light" und er war es auch, der JLT anstelle von Ronnie vorschlug, als Du berechtigterweise abserviert warst;
  • In der Tat aber bist Du derjenige, der Deep Purple ruiniert hat und der dafür verantwortlich ist, dass zwei von drei Gründungsmitgliedern die Band verlassen haben.  Ritchie gab angesichts deiner stark schwankenden Darbietungen infolge allnächtlicher Druckbetankungen bei der Toolboxtournee angewidert auf und Jon verabschiedete sich aufgrund deines Wunsches nach endlosen Tourneen;
  • Der offizielle Tod von Deep Purple trat aber ein mit dem hochnäsigen und hemmungslosen Engagements eines Südstaatenrock-Gitarristen als Ersatz für den größten Hardrockgitarristen überhaupt, anstatt sich so herausragende Mitglieder der Purple Familie wie z.B. Dave 'Rock' Feinstein mal anzuhören.

Glenn Hughes hat mal arrogant von dem Ramsch gesprochen, den er mit JLT als die Art von Musik rausbrachte, von der Deep Purple nur träume, sie einzuspielen und die Möglichkeit erhebe, er sei wieder auf Koks.  Er verwechselte die HTP Alben mit Feinsteins Klassiker "Third Wish".

Das superb produzierte "Third Wish" ist das beste Hardrock/Heavy Metall Album seit Perfect Strangers und eines der größten Metallalben überhaupt.  "Third Wish" ist die Rückkehr zu den Alben der frühen 70er, die von Anfang bis Ende mit einem modernen Sound rocken, und eine Befreiung für uns ausgehungerte purpleblütigen Fans des klassischen Heavy Rocks.

Die aktuelle Besetzung inklusive Steve 'Bauersknecht-Rocker' Morse hat noch nicht einmal das Potential zur Mittelmäßigkeit.  Ich habe den infantilen Schwachsinn dieser Formation als Musik von Gehirnamputierten für Gehirnamputierte beschrieben und ich bin zu Tode beleidigt, dass ein Scheinheiliger wie Du beschlossen hat, für diesen unverzeihlichen Schrott den einst so stolzen Namen Deep Purple nur aus kommerziellen Gründen herzunehmen.  Falls Du und das Prollokind denken, es wäre angemessen den Namen Deep Purple zu benutzen, um Hintergrundmusik für Dixi-Klos wie 'Crapture of the Shallow (Seichtes aus der Scheiße)' zu vertreiben, dann könnt ihr zwei euch VERP*****!!!

Obwohl ich Verständnis dafür habe, dass Ritchie seine Musik wieder spielen möchte, verstehe ich nicht, warum er ausgerechnet wieder mit dir und dem Prollokind auftreten will.  Du gibst abgetakelten War-Mal-Was einen schlechten Namen und das Prollokind hatte nicht eine einzige lohnenswerte Idee, seit er ausgeschieden war.  Ich würde es vorziehen, wenn Ritchie und Ronnie ihre vertraglichen Obligationen ausarbeiten und Rainbow für eine Welttournee mit einem reanimierten Feinstein zur Unterstützung reformieren würden.

Sicherlich ist dir sehr wohl bewusst, dass David Coverdale und Glenn Hughes Interesse an einer erneuten Mitwirkung bei Deep Purple kund getan haben, nachdem Jon's Traum scheibchenweise im Internet ausgeblasen wurde.  Warum bist Du nicht ein Mann und gibst zu, dass Du nervös bist, Ritchie, Jon und Ian Paice könnten auch nur für eine einzige Show zusammen auftreten, weil Du Angst davor hast, dass sie die Möglichkeit erörtern werden, eine legitime Deep Purple Besetzung mit den Ergänzungen Coverdale und Hughes, Ronnie James Dio und Bob Daisley, Ashley Holt und Nick Simper, oder John West und Jeff Howell zu bilden?

Jon empfahl, dass eine Reunion von Ritchies Seite aus würde kommen müssen, was man verstehen kann, da Deep Purple SEINE Band war.  Unglücklicherweise ist dafür notwendig, den komatösen Paice wiederzubeleben, weil der das einzige noch verbliebene Gründungsmitglied ist, das Du noch nicht zum Gehen gebracht hast!

Richard Feldman
Email: richard_feldman@........net

Anmerkung des Editors - habe die leicht unCaramba-artige Aktion unternommen, ein paar Sternchen anstelle einiger Buchstaben wenige Abschnitte oberhalb einzusetzen; ich war halt nur ein bisschen besorgt, dass die Füllbuchstaben den Ton eines solch liebenswerten Briefes verderben.

Eine Sammlung von Preziosen(GR)

Ein Fan schreibt - Okt/Nov 2005
von http://com3.runboard.com/bdeeppurplefanforum.fmainchat.t2397|offset=10
  - obwohl das Thema anscheinend mittlerweile abgeschlossen wurde (?)

Ihr solltet Helen Reddy anhören, wenn ihr Wahrheit in der Musik wollt. Die Wahrheit ist, dass Ritchie Blackmore, Jon Lord und Ian Paice das repräsentieren, was Deep Purple einmal war, und, im Falle dieser Tributband heute, noch ist. Ein Bild von Ian Gillan und seiner wirren Band aus Blackmore Tributlern zu haben, ist Blasphemismus (sic) am Namen Deep Purple. Nicht dieser Haufen verkauft heutzutage Konzertkarten, es ist die Tatsache, dass sie der Ritchie Blackmore und Jon Lord Ära Tribut spielen, die Karten verkauft. Auch ist es nicht dieser Haufen, der den Namen Deep Purple zu einer Macht - ob aktuell oder nicht - machte, mit der zu rechnen war, sondern das Triumvirat aus JL, IP und RB, mit dem DP groß rauskam. Das hier ist lediglich ein "Armeleute-Rainbow", mit nur 2/5teln der Band aus der Blütezeit intakt und dem, von der Bildfl&aum;che verschwundenen, Hauptkonstrukteur der Songs.
Wenn man mehr als die MKII Besetzung berücksichtigen muss, was man sollte, dann sollte es auch jede sein. Die Evans DP-Farce von 1980 hat ebensoviel Recht auf den Namen Deep Purple, wie dieser Haufen.

Aus: The Grauniad - 27. Mai 2004

In einem Artikel über Pavarotti bemerkt Adam Sweeting:

"Pavarotti and Friends haben zahllose "erzähl-mir-doch-keine-Märchen" Momente, wie den mit dem Nessun Dorma singenden Ian Gillan von Deep Purple produziert (nicht so einfach, wenn man klingt wie ein Klempner mit Emphysem)"
beigetragen von Rick Goodwin

vgl. Q&a 69

Von: The Lyric, Star City, 20. April

Deep Purple, Star City

Datum: 22. April 2004

Von Bernard Zuel

Wie Eltern wissen, manchmal voller Reue, wird man an seinem Nachwuchs beurteilt. Das kann von der Wahrheit natürlich total abweichen, aber laß gereizte, abgerissene Gören raus, bist du für die Leute etwas schlampig. Sind es dagegen amüsante und lebhafte Kinder, schließt man auf lustige, beeindruckende Eltern.

Beispiel Billy Thorpe, Opener der Deep Purple Show. Seine Stimme klingt noch gut und seine Lust am Rockleben ist beeindruckend. Lang dauert es aber nicht daran erinnert zu werden, wie Thorpe den lahmen Boogie hervorbrachte, der für zwei Jahrzehnte australischen Lokalrock definierte.

Raue Zeitgenossen Deep Purples waren Black Sabbath und Sabbath's Nachwuchs ist sowohl das schlickige Ende des Grunge, alsauch der kompromisslose Metall Marke Metallica. Ein Vermächtnis, das intensiv, heavy und respektiert, aber offen gesagt nicht ungeheuer unterhaltend ist.

Das kann man nicht von Deep Purple sagen. Wie sie schon wieder mal in einer 100-minütigen Show, die den zutiefst zufriedengestellten Gläubigen predigte, gezeigt haben, kann Deep Purple, zum guten oder schlechten, für die Vorlieben von Def Leppard, Iron Maiden, Guns n' Roses und Glam-Metal überhaupt bis zu The Darkness heutzutage, verantwortlich gehalten werden. Bands, für die Pop (wie in Melodien) neben Riffen und Lautstärke koexistieren konnte. Bands, die wie Purple, auch Frauen anziehen, nicht nur einsame Männer mit grausamen Frisuren.

Woman from Tokyo z.B. swingt immer noch genauso, wie es hämmert, dank der flexiblen Rhythmussektion von Roger Glover und Ian Paice; Strange Kind of Woman hat den Blues (wie in Chicago), mal nicht den Blues (wie in einer Depression); und natürlich weckt Highway Star die Lust in dir, auf die Piste zu ziehen und loszufliegen (jo, auch auf meiner 12 Jahre alten Suzuki), und das nicht zu knapp, wegen der Arbeit von Steve Morse an der Gitarre.

Kompromiss ist natürlich, dass man sich mit vertrackten Situationen abfinden muss, und damit meine ich nicht nur Ian Gillans sonderbare Tanzerei. Da war zum einen Don Aireys Keyboardsolo, das von Progressive über Barock zu Waltzing Matilda wanderte, aber schließlich so nach einer Demonstration in einem Orgelshop zu klingen begann, dass ich schon dachte, Chris Marshall hüpft irgendwann raus. Zum anderen gab es einen neuen Song, den Gillan (dessen Stimme immer noch Käfige rasseln lässt) mit "das ist in 7/4 und 5/4-Takt" einführte, dessen typisch scheußlicher Text aber eher daran erinnerte, er wäre in '74.

Aber hey, es war hörsturtzmässig laut, die Band konnte sich das Grinsen die ganze Nacht nicht aus den Gesichtern wischen, Dutzende von Leuten unterhielten mit spontanem Headbangen und die Songs Space Trucking und Black Night sind so viel Stupidospaß, wie man nur erwarten kann. Wie Jack Black sagen würde, wir erheben den Pokal des Rock.

Deep Purple spielen heute im Lyric und Montag im State Theatre.

Von: The Toronto Star

Deep Purple - Jungs, ihr mobbt euren eigenen Klassiker

VIT WAGNER
POPMUSIK KRITIK

Ich will zugeben, skeptisch wie ich auch hingegangen bin, dass Deep Purple mich in ihre glühende Neuschöpfung des 1972'er Prog/Metall Klassikers Machine Head in der Massey Hall letzte Nacht reingesaugt hat - zumindest bis sie die Reihenfolge auflösten, so dass das vertrauteste Stück des Albums "Smoke On The Water" an das Ende verschoben wurde.

Versteht mich nicht falsch, was Deep Purple betrifft, bin ich kein Purist. Es war einfacher als erwartet, die Abwesenheit des Originalgitarristen Ritchie Blackmore zu übersehen. Auch nicht, dass das Album, welches ich ziemlich zwanghaft nach seiner Veröffentlichung gespielt habe, noch immer nostalgische Gewalt über mich hat.

Es ist nur, weil es zu offensichtlich ein Betrug war. Und ein merkwürdig widersprüchlicher zudem.

Bis zu dem Zeitpunkt hatten Sänger Ian Gillan und die Urgefährten Ian Paice an den Drums und Roger Glover am Bass, großartig von Gitarrist Steve Morse und Keyboarder Don Airey unterstützt, einen ganz starken Koffer dafür gepackt, dass Machine Head einiges mehr drauf hatte, um hinzugehen, als nur den einen Song. Dann aber schien es so, als dass sie entschieden, der eine Song wäre das, um das es eigentlich nach alle dem gegangen war.

Es war eine Sache, "When A Blind Man Cries" mit einzuschieben, ein Track der selben Session, der es aber nicht aufs Album gebracht hatte, zwischen den Seiten. Mit der Umkehr der Reihenfolge zum Ende hin, indem sie mit der Reprise "Space Truckin" begannen, gefolgt von "Lazy" und dann erst "Smoke On The Water," kauften sie sich zwar einen großartigen Höhepunkt, schwächten aber das Argument.

Die frühen Siebziger waren eine Ära des "Album Rocks", eine Zeit, in der Singles zurück gingen und Radiostation häufig komplette LP's ausspielten. Lockerere, leichtere Nummern wie "Space Truckin'" waren die klassischen Stücke am Ende. Und es mutete wie der Abschluss letzte Nacht an, als die Band das synthetisch aufsteigende Finale des Songs reproduzierte.

Oh ja. Vielleicht war Deep Purple ja besorgt darum, dass das einzige, was "Smoke On The Water" folgen würde, ein eiliger Massenansturm zu den Ausgängen sein könnte.

Unwahrscheinlich. Das Publikum, total aufgeheizt vom Opener Thin Lizzy, hing an jedem einzelnen Akkord. Und, wie man sich vorstellen kann, gab es davon eine ganze Menge.

Klar, das Haus war zur früheren Portion des Sets nicht annähernd so hochgepumpt, als die Band noch zwischen dem aktuellen Album Bananas und den älteren Favoriten "Woman From Tokyo" und "Strange Kind Of Woman" hin und her blätterte. Das Echo war zumindest mehr als nur respektvoll, besonders angesichts der offensichtlichen Dünne Gillans höherer Register.

Aber Machine Head war, weswegen sie kamen. Und Machine Head war, was sie bekamen. Oder zumindest etwas, was ziemlich nahe dran war.

Von: Roadrunner Records Past Issue Archive

REDAKTEUR EINES MAGAZINS WERTET SEINE LIEBLINGSBAND NACH EINEM VERPATZTEN INTERVIEWTERMIN ALS 'SCHLECHTESTE BAND ALLER ZEITEN' AB

Deep Purple hat sich einen Feind gemacht, und sein Name ist Kevin Hall.

Hall, 24, Redakteur bei dem Magazin und der Webseite Perpetual Metal , hat einen Ein-Mann-Krieg gegen die Veteranenband vom Zaun gebrochen, nachdem ein geplantes Interview mit Roger Glover von dem legendären Bassisten "abgeblasen" worden war.

"Ich nahm mit ihm über seine Webseite Kontakt auf, nachdem er Snapshot (Soloalbum/2002) rausgebracht hatte", erzählt ein verärgerter Hall. "Ich war schon jahrelang Fan von ihm und den Purples, und höllisch schockiert, als er tatsächlich antwortete. Ich schlug vor in Kontakt zu bleiben und ein Interview nach der Fertigstellung des neuen Deep Purple Albums zu machen, und er sagte, das wäre cool. So mailte ich ihm vor ein paar Wochen, er kam auf mich ein paar Stunden später zurück, und wir verabredeten uns auf vergangenen Dienstag um 13 Uhr."

Nur einer hielt die Verabredung.

"Ich sitze also da, es ist so zehn nach Drei, und ich denke 'jede Minute jetzt'" erklärt Hall. Aber es wird 14 Uhr, 16 Uhr, und ich gab schließlich auf. Roger Glover schien ein guter Kerl zu sein. Er schert sich nicht um die Fans, oder Leute wie meine Eltern, die mithalfen, Deep Purple zu dem zu machen, was sie sind."

Glover bietet eine andere Sicht der Dinge.

"Es war so um 12:45 Uhr" führt der in Orlando wohnende Glover aus. "Ich hatte gerade gefrühstückt und war beim Zeitungslesen, als mein Handy losgeht. Die Frau ist dran -- stellt sich raus, dass sie auf dem Weg vom Lebensmittelhändler in der Nähe nach Hause in einem winzigen Stück von Wrack war. Totalunfallgeschichte, Typ versucht noch Gelb zu kriegen, Ampel geht auf Rot, fährt in die Mrs. Sie renkt sich ein wenig den Hals aus, und man entschied, sie zur weiteren Beobachtung mit ins Krankenhaus zu nehmen, nur um sicher zu gehen. Ich traf sie dann im Krankenhaus, und nach der Beobachtung brachte ich sie um 17 Uhr nach Hause. Sie ist zwar noch etwas mitgenommen, wird aber in 14 Tagen wieder über den Damm sein.

"Ich machte ihr also ein Kännchen Tee und ließ sie sich ausruhen", fährt Glover fort, "und dann dachte ich, es wäre besser, diesen Typ Kevin anzurufen, und ihn von der Sache zu unterrichten. Ich bekam nur einen Anrufbeantworter dran, der mitteilte, 'Ich bin nicht da, hinterlasse bitte eine Nachricht, es sei denn, du bist Roger Glover und in dem Fall, VERPISS DICH !' Worum geht es denn jetzt eigentlich?"

"Hey, ich war angekotzt und bin es noch immer", sagt Hall. "Wie kann jemand nur so einen Fan abschießen? Alles was ich wieß, ist, dass unser CD-Laden unten an der Strasse seine Deep Purple Abteilung bis zum Ladenschluss kräftig aufgepeppt hat, hör doch auf! Oh, und Pretty Maids Lethal Heroes (produziert von Glover und mit Gästeauftritten von Glover und Purple Drummer Ian Paice)? Aktuell auf Ebay, wie versprochen, mi amigo. Roger Glover kann mich mal!"

"Ich hinterließ Kevin trotz des ziemlich rüden Grusses eine Nachricht", erklärt Glover. "Hey, wir alle verlieren mal unsere Fassung -- unzählige mal, wenn man Ritchie Blackmore heißt, aber ich schweife ab -- Ich erklärte Kevin, dass meine Frau in einen Autounfall reingeriet, und ich gerade erst zum ersten mal wieder nach Hause gekommen war. Ich hinterließ ihm meine Telefon- und Handynummer. Er hat aber nie angerufen. Eine Menge anderer Kerle haben allerdings, wie auch immer."

"Jo, das stimmt", sagt Hall. "Ich veröffentlichte seine Telefonnummer auf jedem einzelnen Rock- und Metalldiskussionsforum, das ich finden konnte, der schleimige Schwanzlutscher. Keiner fickt einen Kevin Hall. Wenn doch, vernichte ich euer Album in den Printmedien."

Seinem Wort getreu, hat Hall schon einen beißenden 0 von10 Review des bald rauskommenden Albums Bananas von Deep Purple (im August erhältlich) rausgebracht, obwohl er das Album noch gar nicht gehört hatte. Halls Kritik prügelt im aktuellen Beitrag von Perpetual Metal auf alles ein, vom "Orgelposer" Don Airey angefangen, bis zum "einheimischen Möchtegerngitarristen" Steve Morse. Wie auch immer, seine harscheste Kritik reservierte er für Glover, der treibenden Kraft hinter Deep Purple seit Blackmores Rücktritt 1993.

"Und lasst uns über Roger Glover reden", stellt Halls Review fest. "Hat der Kerl das nicht immer angerufen? Vielleicht zu Zeiten von Machine Head, aber auch das ist noch diskussionswürdig. Nein, Ich würde sagen, Deep Purple war überhaupt nur in einer Spanne von drei Studioalben von 1973 bis 1975 am Leben, mit Burn, Stormbringer, und Come Taste the Band. Und was wissen wir darüber? Am Bass war Glenn Hughes."

Nachdem er vormals den beiden "Nach-Blackmore" und "Glover-geführten" Studioalben (Purpendicular 1996 und Abandon 1998) jeweils 10 von 10 Punkten gab, hat Hall seine Ansicht dazu mittlerweile revidiert:

"Ich ändere beide Reviews in ein -5 Punkte ab", sagt Hall. "Deep Purple ist ohne Ritchie Blackmore nicht mehr im Geschäft. Was ist Glovers Deal? Mann, hör' doch auf, auf ein totes Pferd einzuprügeln. Und was soll die Bandena? Wir alle wissen, dass du kahl bist!"

Halls Wut hatte sich auch letzte Woche noch nicht verzogen. Er plant für die nächsten sechs Wochen in jedem neuen Beitrag ein vernichtendes Review über Bananas, und hat schon Reviews der vier Live-Alben und drei DVD's geschrieben, die sich zwangsläufig aus der Bananas Worldtour ergeben werden.

"Ich bin dabei meinen Verleger zu fragen, ob ich einem Album eine Minus-100 Wertung geben kann", sagt Hall. "Weil ich sowieso schon weiß, dass diese Alben wertlos sind."

Hall wollte noch etwas anfügen, musste aber die Konversation beenden.

"Scheiße, ist es echt schon 17:20? [Queensryche drummer] Scott Rockenfield sollte mich um 17:00 Uhr anrufen. Du hast mein Handy nicht angehen hören, oder?"

- Mark Tinta

Email von....

"Tchê do Pampa" Email-Addresse unterdrückt

BOYKOTT GEGEN DEEP PURPLE

STREICHT die Show in Porto Alegre (Brazil) am 18. September !

Ihr seid "persona non grata" in Porto Alegre oder Rio Grande do Sul !

Jeder Freund oder "lauwarmer Bruder" dieser blöden "Casseta &Planeta"-Dummschwuchtelgruppe ist unser Feind. Kommt nicht nach Porto Alegre!

Artikel aus 'Classic Rock', Oktober 2003.

Fruchtloses Streben?

Jon Lords Präsenz klar vermissend, ziehen es die 'äußerst kompetenten' Purple vor, 'in ihren Grenzen weiter zu existieren', als ob nichts gewesen sei.

Deep Purple
'Bananas'
(EMI)

Als Jon Lord 1969 seinen Kumpeln bei Deep Purple erzählte, er hätte eine fantastische Idee für ein Concerto, bei dem sie vielleicht gerne mitspielen würden, war deren Antwort recht simpel: "Klar, warum nicht?"

Die Dinge haben sich geändert, so scheint es. Als 'Concerto…' vor ein paar Jahren erneu(er)t erschien, weckte die anschließende Tour Steve Morse zufolge, " in Jon den Wunsch, mehr in dieser Musikrichtung zu machen". Die Antwort des 21.Jahrhunderts seiner alten Weggefährten war in etwa so: "Dann musst du halt gehen, Kumpel…" Und das tat er dann.

Es ist schon ironisch, dass der anheimelndste Moment auf der kurios benannten 'Bananas' eine Ballade namens 'Haunted' (ruhelos/Spuk) ist, in der sowohl ein Streicherensemble, als auch zusätzliche Vocals einer Beth Hart involviert sind. Ein solches Erlebnis und derartige Ergriffenheit fehlen ansonsten völlig; die Band hat produziert, was tatsächlich aus einer Serie von Studiojams resultiert, geschrieben in einem Monat und kurz vor und nach Weihnachten 2002 eingespielt. Und wo die "Jahre der Schlacht auf den Highways und Nebenstrassen der Welt" meint, dass Purple nichts anderes mehr ist, als äußerst kompetent und ab und zu auch besser als das, sind Songs wie 'Razzle Dazzle' und 'Sun Goes Down' mit Langeweile überladen. Sie zeigen das Alter derer, die sie spielen; in jeder Hinsicht: thematisch, stilistisch und musikalisch.

Der Verlust von Lord war ein schwerer Schlag für sie. Deep Purples Sound - gehaltvoll, fließend und witzig - resultierte aus dem Zusammenspiel seiner Hammond mit Ritchie Blackmores flüssiger Gitarre und Ian Gillans schwergewichtiger Stimme. Zwei Drittel dieser Mischung sind gegangen, und der verbleibende Bruchteil, von seinem Ernährer geschickt rationiert, ist von den Jahren natürlich ausgedörrt worden.

Steve Morse hat hart gearbeitet, um als Ersatz für Blackmore akzeptiert zu werden, und er ist ein feiner Gitarrist mit eigener Handschrift. Er ist nur nicht Ritchie Blackmore. Vergleichsweise kann Don Airey, einmal mehr in die Schuhe eines Toten berufen, Lords Orgel(iasmen) replizieren, ohne je andeuten zu können, er hätte irgendetwas eigenes hinzugefügt. Das mag harsch erscheinen - Morse besorgt in 'I've Got Your Number' ein blendendes Solo, und Airey einige feine Füllsel und Läufe im Titelsong - aber es ist nichtsdestotrotz gerecht und notwendig. Es ist die unglückliche Konsequenz daraus, einst so vital und brillant gewesen zu sein, und es ist ein Zustand, der nur allzu oft auch bei ihren illustren Zeitgenossen auftritt.

Die Band wehrt sich dagegen natürlich entrüstet, aber wie viel kann dem Zuhörer zugemutet werden, seine Erwartungen herunter zu schrauben? Es mutet an, als ob man zu einem Wohltätigkeitsfußballspiel mit lauter alternden Stars geht: der Geist ihres Talentes ist immer noch da, aber er ist vergänglich und erscheint nur denen, die ihn schon so oft in voller Blüte erlebt haben; hin und wieder blitzt ihr altes Können auf, aber zur Halbzeit schnaufen sie wie abdeckreife Karrenpferde.

So ist es halt mit Veteranenbands. 'Never A Word' ist recht nett, wie auch 'Haunted'. 'Contact Lost' ist - von Title und Stil her beurteilt - ein verstohlener Seitenhieb auf Ritchie Blackmores gegenwärtige Band, und 'Walk On' und 'Bananas' erwecken Stimmungen wieder, die Purple in der Vergangenheit so mühelos hervorgerufen hatte. Zumeist scheint die Band aber damit zufrieden zu sein, innerhalb ihrer Grenzen zu existieren. Gillan, sein erregendes Falsett ist mittlerweile aus dem Mix entfernt, entschädigt mit einigen cleveren Phrasen, klingt aber allzu oft wie Bruce Dickinson - ein Schicksal, das niemand verdient hat.

Die Getreuen werden etwas finden, um sich daran festzuklammern. Der Rest von uns würde Deep Purple wohl tröstende Anerkennung spenden; und ein aufrichtiges "Dankeschön" für das, was vorher abging.

Jon Hotten

IN ALLER KÜRZE

Die Purple Leute versuchen ihr bestes, "bananas" zu machen, allenfalls schaffen sie es jedoch gerade, eine Zitrone aufzutischen.